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Birgit Bärnreuther
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Online-Befragungen sind sowohl im UX-Research als auch in der Marktforschung ein wichtiges Werkzeug und können für die verschiedensten Fragestellungen eingesetzt werden.

Doch wie sollten die Teilnehmer:innen für diese Befragungen am besten rekrutiert werden?

  • Onsite – also direkt auf der Website
  • über ein Panel – z.B. ein eigenes Bestandskunden-Panel oder über einen Panel-Anbieter
  • via E-Mail, Newsletter, SMS etc.

Im Folgenden möchte ich eine Entscheidungshilfe geben bei der Wahl zwischen Onsite- und Panel-Befragung.

Onsite-Befragung – für kurze User-Research und Usability-Checks

Bei einer Onsite-Befragung werden Nutzer:innen über ein Pop-up oder einen Layer auf der Website zur Teilnahme eingeladen.

Für diese Fragestellungen eignet sich die Onsite-Befragung:

  • Research-Fragestellungen:
    • Klassische Marktforschungs- oder UX-Research-Fragestellungen, zum Beispiel Informationen zu Interessen, Einstellungen oder demografischen Merkmalen
    • Mitarbeiter-Befragungen oder Befragungen, die auf das Thema Employer Branding einzahlen.
  • Usability-Fragestellungen:
    • Die Einblendung der Umfrage kann auch abhängig von bestimmten Nutzeraktionen ausgelöst werden, z.B. dem Aufruf einer Produktdetailseite oder das Nutzen von Filtern, um so Feedback zu konkreten Produkten oder Features zu erhalten.
    • Hierbei können auch standardisierte UX-Fragebögen ausgespielt werden, z.B. SUS und UEQ.
    • Über sogenannte „Feedback-Laschen“ kann seitenunabhängig Lob und Kritik hinterlassen werden kann.

Vorteile von Onsite-Befragungen

  • Sie erhalten Informationen von echten, aktuellen Nutzer:innen der Website und können Feedback zu Ihrem aktuellen Angebot einholen.
  • Onsite-Befragungen eignen sich gleichermaßen für User-Research– als auch für Usability-Fragestellungen.
  • Vor allem kurze Befragungen sind oft ohne Incentivierung möglich.

Nachteile von Onsite-Befragungen

  • Der Rücklauf bei Ad-hoc-Befragungen ist in der Regel geringer bzw. es dauert länger, bis ausreichend Teilnehmer:innen gefunden werden als bei Panel-Befragungen der Fall. Die Literatur geht von 1 bis 10 % des Traffics aus. Bei Websites mit sehr aktiven Bestandskunden / hoher Kundenbindung haben wir jedoch auch schon höheren Rücklauf erlebt.
  • Die Steuerung der Stichprobe ist schwieriger als bei Panel-Befragungen – man muss nehmen, was reinkommt.
  • Die wiederholte Befragung der gleichen Zielpersonen ist schwieriger als bei Panel-Befragungen.
  • Da die Befragung in die Website eingebunden werden muss, kann sie gegebenenfalls von anderen Conversion-Zielen ablenken.

    Panel-Befragung – für User-Research mit spezifischen Stichproben

    Klassische Online-Befragungen werden oft über Panels ausgespielt. Das kann ein Pool von Personen sein, die bei einem Panel-Dienstleister registriert sind oder auch ein eigenes Bestandskunden-Panel.

    Je nachdem, wie viele Informationen bereits bekannt sind, können die Panelmitglieder vorab nach bestimmten Kriterien segmentiert werden oder über einen Screener ausgewählt werden, der der Umfrage vorgeschaltet wird.

    Vorteile von Panel-Befragungen

    • Sie erreichen potenzielle Nutzer:innen und können Insights über neue Produkte erheben (z.B. Anforderungen, Erwartungen).
    • Der Rücklauf ist in der Regel schneller als bei Onsite-Befragungen, das heißt Sie erreichen schneller die benötigte Teilnehmeranzahl.
    • Einfache Steuerung der Stichprobe.
    • Die wiederholte Befragung der gleichen Zielpersonen ist einfacher als bei der Onsite-Befragung.
    • Da die Befragung außerhalb der Website stattfindet, werden aktuelle Nutzer:innen nicht beeinflusst.

    Nachteile von Panel-Befragungen 

    • Eignen sich weniger gut für Usability-Fragestellungen.
    • Panel-Befragungen müssen meistens incentiviert werden, Panel-Dienstleister erheben Kosten für Rekrutierung und Incentivierung.

    Was denn nun – Onsite- oder Panel-Befragung?

    Diese Fragen sollten Sie sich stellen, um die für Sie passende Methode auszuwählen:

    • Brauchen Sie Feedback oder Insights zu bestehenden Nutzer:innen oder zu potenziellen, neuen Zielgruppen?
    • Brauchen Sie Feedback zu einem bestehenden Produkt/Feature oder möchten Sie Anforderungen und Erwartungen zu einem neuen Produkt/Feature erheben?
    • Welche und wie viele Fragen möchten Sie stellen?
    • Welche Stichproben-Größe streben Sie an?
    • Wie schnell brauchen Sie Rücklauf auf die Befragung?
    • Welches Budget steht für die Befragung zur Verfügung?

    Kostenloser Download: Entscheidungshilfe Onsite- vs. Panel-Befragung

    Laden Sie sich hier unsere übersichtliche Gegenüberstellung der Merkmale von Onsite- und Panel-Befragungen herunter:

    Über den Autor

    Claudia Sinnig

    Head of Consulting

    Claudia begleitet unsere Kunden seit 2014 in allen Phasen des Human-Centered-Design-Prozesses von der Projektplanung bis zum finalen Design. Sie hat bereits über 60 unserer Kunden aus Bereichen wie Industrie, B2B-Software und E-Commerce bei der UX-Optimierung unterstützt, darunter BMW, BOSCH, SIEMENS und Melitta.

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