7 Jahre Userlutions – ein guter Zeitpunkt, um ein paar unserer UX-Specialists auf ihre Erkenntnisse und Erfahrungen seit ihrem Anfang bei uns zurückblicken zu lassen. Dabei springt auch der ein oder andere Tipp für Sie heraus, der Ihnen die nutzerzentrierte Arbeit erleichtern wird 😉

 

 

 

Charlotte Spang
Design-Thinking-Specialist und
zuständig für unsere Industriekunden

 


Hey Lotte, was war bisher deine größte UX-Erkenntnis?

Nur weil es alle machen, ist es nicht zwingend die beste Lösung für den Nutzer (siehe Hamburger-Menü)

Was war dein Lieblingsprojekt und warum?

Das Design-Thinking-Projekt für E.ON, in dem wir den Prozess des Stromzähler-Ablesens neu erfunden haben. Dort konnte ich den Entwicklungsprozess selbst mitgestalten, schließlich ist jedes Design-Thinking-Projekt anders. Auch, dass es ein ganzheitliches Projekt war, hat mir Spaß gemacht – ich war von der ersten User-Research bis zur Entwicklung des Prototyps involviert.

 

 

 

 


Daniel Shnitzer
Specialist für User-Research
und Konzeption

 

Daniel, was war bisher deine größte UX-Erkenntnis?

In Konzeptionsprojekten merke ich immer wieder, wie unglaublich wichtig Nutzertests sind. Dinge, die mir in der Konzeption selbsterklärend vorkommen, können für andere Menschen absolut rätselhaft sein.

Im Zusammenhang mit Nutzertests hab ich schon sehr früh gelernt, dass man sich nicht darauf verlassen sollte, was die Nutzer sagen, sondern vor allem ihr Verhalten beobachten. Die Diskrepanzen sind teilweise riesig.

Welche Usability-Fehler ärgern dich am meisten?

Icons nicht zu labeln – das geht echt nur bei ein paar wenigen Ausnahmen abhängig von den Vorkenntnissen der jeweiligen Nutzergruppe. Also eigentlich fast nie 😉

 

 

 

 

 

Andreas Krauss
Konzeptions-Specialist

 

Hey Andreas, was war bisher deine größte UX-Erkenntnis?

In vielen Projekten sehe ich, wie stark organisatorische Prozesse die Gestaltung von Interfaces und Interaktionen beeinflussen. Werden die Anforderungen an das Interface früh genug erhoben und mit welchen Methoden? Werden Wireframes und Prototypen bereits für das Anforderungsmanagement genutzt? Gibt es einen einheitlichen Konzeptionsprozess?

Die Konsequenzen von fehlenden oder unvollständigen Anforderungen sind zusammengewürfelte Interfaces, die keiner klaren Strategie folgen (Kartenhaus UX) – z. B. wenn es keine eindeutige Priorisierung der Interface-Elemente gibt und Notlösungen wie das Image Carousel die Folge sind.

Welche Usability-Fehler ärgern dich am meisten?

Interne Prozesse lassen oft noch keine ausreichende Nutzerzentrierung zu. Interface-Entscheidungen werden daher häufig unfundiert und aus dem Bauch heraus getroffen und im Endeffekt leidet immer der Nutzer darunter.

 

 

 

 

Daniel Resch
UX-Testing-Specialist

 

Hallo Daniel, was war bisher deine größte UX-Erkenntnis?

Dass Fehler Potenziale bedeuten können und dass der erste Wurf nicht gleich absolut perfekt sein muss – ganz nach dem  80/20-Prinzip. Viel mehr geht es darum, Ideen möglichst früh an den potentiellen Nutzern zu testen und gegebenenfalls wieder zu verwerfen. Und dass sich diese typischen „Was wäre, wenn…“-Sorgen ziemlich schnell durch User-Research oder Usability-Tests aus dem Weg räumen lassen.

Was war dein Lieblingsprojekt und warum?

Ein Projekt für einen Händler von Gebäudematerial: Wie so oft war nach einem Redesign die Conversion-Rate eingebrochen und niemand kannte das Warum. Beim Kunden gab es intern viele Diskussionen und das Team hatte sich in verschiedene Lager aufgespalten. Mithilfe der User konnten wir ihnen die Conversion-Killer aufzeigen und wieder Frieden im Team schaffen.

 

Waren da schon einige spannende Erkenntnisse für Sie dabei? Hier die Tipps unserer Experten noch einmal im Überblick:

Die Top-UX-Tipps unserer UX-Specialists:

  • Keine Konzeption ohne die Erfassung von Nutzeranforderungen (aus Usability-Tests, User-Research etc.)
  • Innovative Idee? Finden Sie heraus, wie sie bei Ihrer Zielgruppe ankommt und welche Anforderungen sie an das fertige Produkt hat (Stichwort: User-Research!).
  • Haben Sie keine Angst davor, Ideen wieder zu verwerfen / zu verändern, wenn sie von den Nutzern nicht angenommen werden.
  • Durch Nutzertests können Sie hitzige interne Diskussionen vermeiden.
  • (Design-)Trends sind nicht zwingend die beste Lösung für Ihre Nutzer.
  • Die Nutzer-Anforderungen an das Interface sollten so früh wie möglich erhoben werden.
  • Bei Nutzertests mehr auf das Verhalten der Nutzer achten als auf das, was sie sagen.

 

Über den Autor

Sophie Krüger

Marketing-Managerin

Sophie Krüger hat Medienkommunikation mit Schwerpunkt Medienpsychologie studiert. Sie verantwortet unsere Kundenkommunikation und schreibt über alles rund um die Agentur.

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