10 Jahre Userlutions! Am 26.08.2011 wurde Userlutions ins Handelsregister eingetragen – Wir können selbst kaum glauben, dass das jetzt schon 10 Jahre her ist.

Und während wir alle unsere Sachen packen für ein gemeinsames Jubiläumswochenende, blicken wir zurück darauf, wie das alles angefangen hat mit Userlutions.

Wie alles begann…

Kennengelernt haben Benjamin Uebel und ich uns bei der „Kompetenzinitiative Usability“. Dort haben wir kleinen und mittelständischen Unternehmen in den neuen Bundesländern mit UX-Dienstleistungen unter die Arme gegriffen – und gemerkt, wie groß der Bedarf dafür war.

Nach den staatlich geförderten 5 UX-Beratungstagen war jedoch immer Schluss, denn den Unternehmen fehlte das Budget, um unsere Dienstleistungen aus eigener Tasche zu bezahlen.

Wir stellten uns also die Frage: Wie können wir Usability-Optimierung günstiger, schneller und effizienter machen?
Die Idee, asynchrone, unmoderierte Usability-Tests anzubieten, war geboren. Und daraus wurde dann später unser Tool RapidUsertests.

Kurz darauf stieß dann auch Mirko Caspar (heute CEO bei Mister Spex) dazu. Ursprünglich wollten wir ihn mit seiner damaligen Firma Twinity nur für einen Testlauf gewinnen – er war von der Idee so begeistert, dass er direkt mitgründen wollte.
Neben Ben, Mirko und mir bestand das Team damals noch aus Sebastian, Entwickler und Freddy, Marketing.

Das Gründungsteam von Userlutions und RapidUsertests

Das Gründungsteam

Ein Blick in die ersten Büros

Der Weg zum eigenen UX-Haus war noch weit…

In unserem ersten Büro haben wir uns als Untermieter zu fünft zwei Schreibtische geteilt und die ersten Brainstormings zu Geschäftsmodell, Business Plan und Co machten wir auf Pappkartons statt auf Whiteboards.

Unser erstes Büro: Zu wenig Schreibtische und Brainstormings auf Pappkartons

Von diesen Einschränkungen haben wir uns aber nicht aufhalten lassen. In diesem Büro haben wir die ersten Test-RapidUsertests durchgeführt, Unternehmen nach ihren Anforderungen befragt und sehr viel iteriert.

Auch wenn wir uns zu Beginn noch mit UX-Dienstleistungen über Wasser gehalten haben, war das eigentlich nicht der langfristige Plan. Damals hatten wir fest vor, RapidUsertests zu entwickeln und das Tool für uns arbeiten zu lassen 😉 Tja, eigentlich… ein bisschen anders kam es dann doch.

Erst einmal stand der erste Umzug an – in unserem neuen Büro waren wir zwar immer noch Untermieter, aber jetzt hatte jeder einen eigenen Schreibtisch.

Das zweite Büro: Jeder hat einen eigenen Schreibtisch!

Aller Anfang ist schwer…

Bis hierhin lief also alles glatt. Wir hatten einen Businessplan, das Konzept für RapidUsertests stand, wir hatten eine Gründungsförderung in Aussicht und mit der Programmierung hatten wir auch schon angefangen.

Aber zu früh gefreut – Die Beantragung der Gründungsförderung zog sich über Monate, wir mussten mittendrin die Professur und dann sogar die Uni wechseln und als dieses Chaos überstanden war, hatten sich die Anforderungen der Förderung geändert, sodass wir den Antrag nochmal komplett umschreiben mussten.

Genug Zeit jedoch, um Logos zu entwerfen …

Logo-Entwürfe RapidUsertests

Einige der Logo-Entwürfe für RapidUsertests

… und ein paar Preise abzusahnen.

Auszeichnungen beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ und Deutschland Land der Ideen

Die Wogen glätteten sich, wir bekamen die Förderung und wir zogen in unser erstes eigenes Büro mit ersten eigenen Möbeln. Und wir haben angefangen, Leute einzustellen.

Die ersten Userlutions-Mitarbeiter

Der Launch von RapidUsertests

Nach der Gründung von Userlutions am 26. August folgte schon am 1. September der Launch von RapidUsertests.

Und dann am 02.09.: Die erste Testbuchung! Und zwar von einem Unternehmen, zu dem wir zuvor gar keinen Kontakt hatten. Wir waren hin und weg!

Unser Plan schien also aufzugehen – Tool bauen, Füße hochlegen, reich werden 😊 .

Was wir jedoch unterschätzt hatten: Wie viel Spaß uns allen die UX-Beratung machte! Noch dazu lernten wir durch unsere Beratungsprojekte so viel für das Tool und wie wir es verbessern können. Und andersrum waren wir ja plötzlich selbst Produktmanager, wodurch wir uns noch viel besser in die Rolle unserer Beratungskunden hineinversetzen konnten.

Und so entstand also die Symbiose der UX-Agentur Userlutions und dem Remote-UX-Tool RapidUsertests, die noch immer unser Erfolgsmodell ist.

RapidUsertests-Kunden profitieren von unserem UX-Fokus und der Expertise unserer inzwischen mehr als 20 UX-Researcher und -Designer. Und Userlutions-Kunden profitieren davon, dass wir durch unser eigenes Tool viele Dienstleistungen günstiger und schneller anbieten können als andere Anbieter.

Und was ist in den letzten 10 Jahren so passiert? Userlutions-Meilensteine

2012 – UX-Design-Abteilung und eigener Screenrecorder

Nachdem wir uns zunächst auf UX-Testing und UX-Research konzentriert haben, fingen wir an, eine UX-Design-Abteilung aufzubauen. Eine unserer ersten UX-Designerinnen, Claudia Sinnig, ist inzwischen unsere Head of Consulting!

Der nächste RapidUsertests-Meilenstein: Wir haben unseren eigenen Screenrecorder programmiert und uns von externen Lösungen unabhängig gemacht.

2015 – Neues Büro und mobiles Testing

Nachdem unser Büro endgültig aus allen Nähten platzte (es mussten sich wieder mehrere Leute einen Schreibtisch teilen), war es Zeit für den nächsten Umzug. Das neue Büro über den Dächern Berlins mit Blick auf den Fernsehturm hat uns die nächsten 5 Jahre treue Dienste geleistet.

Drittes Büro: Mit Blick auf den Fernsehturm und das Frankfurter Tor

Mit RapidUsertests konnten wir jetzt auch mobiles Testing anbieten, was nicht nur für das Tool, sondern auch für die Beratung ein großer Schritt nach vorne war.

Außerdem haben seit 2015 sukzessive unsere Marketing- und Sales-Abteilungen ausgebaut, um auch weiterhin möglichst schnell aus unseren Büros rauszuwachsen.

2017 – Neues Branding

2017 haben wir uns neu erfunden und nicht nur die beiden Websites von Grund auf überarbeitet, sondern auch unserem Corporate Design einen neuen Anstrich verpasst!

Das neue Branding auf der Userlutions-Website

In diesem Jahr konnten wir außerdem unseren bisher größten Kunden gewinnen: Coca-Cola Europacific Partners! Heute blicken wir auf vier erfolgreiche gemeinsame Jahre zurück, die wir kürzlich in einer Case-Study verewigt haben.

2020 – UX-Haus und moderierte Remote-Tests

Der nächste Umzug: Dieses Mal musste sich zwar niemand einen Schreibtisch teilen, dafür war aber auch jeder verfügbare Quadratmeter unseres Büros mit ihnen vollgestellt: Meetingräume gab es quasi keine mehr und auch in der Küche standen Schreibtische. Wer in den letzten Jahren in Berlin nach Büroflächen gesucht hat – wir wissen, was Sie durchgemacht haben. Fast ein Jahr hat es gedauert, bis wir eine gute Lösung gefunden hatten. Und was für eine! Seit dem 13.01.2020 haben wir ein ganzes Haus nur für uns – unser schön-schräges UX-Haus. (Naja, zumindest hatten wir noch ein paar Monate was davon, bis es dann auch für uns ins Corona-Homeoffice ging.)

Viertes Büro: Unser neues UX-Haus

Dank der neuen moderierten Remote-Tests, die wir Anfang 2020 bei RapidUsertests gelauncht haben, konnten aber sowohl wir als auch unsere Kunden problemlos die meisten UX-Methoden auch aus dem Homeoffice umsetzen.

10 Jahre Wachstum ohne externe Finanzierung

Ganz schön viel passiert also, in den ersten 10 Userlutions-Jahren.

Inzwischen arbeiten wir mit über 40 Leuten in einem 3-geschossigen Haus und sogar meine Mutter macht sich schon lange keine Sorgen mehr, dass uns die Arbeit ausgehen könnte, wenn wir dann mal alle Websites optimiert haben 😉

Dass wir dieses organische, gesunde Wachstum ohne externe Finanzierung erreicht haben, freut mich umso mehr!

Und wie geht die Userlutions-Reise jetzt weiter?

Vor 10 Jahren wusste niemand was Usability und User Experience sind – bei jedem Beratungsgespräch mussten wir komplett bei null anfangen.

Als die Wörter nach und nach bekannter wurden, wusste noch niemand mit welchen Methoden man sie optimiert.

Nach und nach wurden auch die Methoden gängiger, doch nun mussten wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten, dass UX für langfristigen Erfolg auch kontinuierlich in die Entwicklungsprozesse eingebaut werden muss.

In Zukunft wollen wir unsere Kunden intensiv dabei unterstützen, UX holistisch und kontinuierlich anzugehen.

Um die Welt jeden Tag ein bisschen nutzerfreundlicher zu machen.

Über den Autor

Birgit Bärnreuther

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