Das Jahr hat gerade erst begonnen, und doch stecken wir schon wieder mittendrin: In all unseren UX-Kundenprojekten und unserer Research rund um die Themen Usability, Conversion-Optimierung und Testing. Da wir im Zuge dessen stetig nach rechts, links und in die Zukunft schauen, haben wir unsere UX-Specialists nach ihren Prognosen für 2019 befragt. Was sollte man in der Welt der Usability auf jeden Fall beachten?

Im Interview:

 

 

Adrian Podlesny
UX-Specialist & -Designer

 

 

 

 

Adrian, dein Forecast: Was denkst du, wird 2019 die UX-Welt beschäftigen?

Ich kann mir vorstellen, dass sich das Thema Selfcare-Apps (oder „Wellbeing“) verstärkt entwickeln wird und damit auch auf andere digitale Produkte abstrahlt. 2018 waren beispielsweise Meditations-Apps wie Headspace oder Calm bereits sehr beliebt. Smartphone-Hersteller haben gesonderte Funktionen implementiert, damit Nutzer immer bewusster mit ihrer digitalen Zeit umgehen können. Daher würde es mich nicht wundern, wenn wir in diesem Jahr ähnlich bewusste und achtsame Verhaltensweisen auch bei Nutzern verschiedenster Websites oder Apps beobachten können – und dieses Thema dementsprechend auch in jeder Phase des UX-Prozesses immer im Hinterkopf haben sollten.

Hast du einen UX-Tipp für unsere Leser, den sie – ganz besonders in diesem Jahr – befolgen sollten?

Einer der wichtigsten UX-Grundsätze, den es nicht nur 2019, sondern immer zu beachten gilt: Schau durch die Brille des Nutzers! In einem Jahr, in dem Technologien wie künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Virtual Reality und Voice UI immer wichtiger werden und neue Interaktionsformen ermöglichen, nimmt das noch mal einen ganz besonderen Stellenwert ein. Wie würde der Nutzer handeln? Was will er erreichen? Und: Wie kann ich ihn dabei unterstützen?

 

 

 

Birgit Bärnreuther
Head of UX

 

 

 

Liebe Birgit, deine Meinung ist gefragt: Welche UX-Themen werden dieses Jahr auf dem Vormarsch sein?

Was wir anhand steigender Nachfrage unserer Kunden sagen können ist: Voice User Interfaces – und zwar branchenübergreifend! Mit der Prognose, dass bis 2020 die Hälfte aller Google-Anfragen über Voice Search gestellt werden, sollten wir in jedem Fall frühzeitig die Implikationen für SEO mitdenken. Aber nicht nur im Smart Home wird Sprachsteuerung und dessen Usability relevant, sondern z. B. auch in der Automobilbranche. Wie kann man hier eigentlich am besten testen? Wie sieht die Konzeption aus? Was als Hype-Thema begann, wird sich zu einem komplett neuen Testing-Markt inkl. neuer Kontext-Research entwickeln.

Als Vordenker der Szene, welchen UX-Tipp hast du für uns?

Was bisher hauptsächlich Behörden und andere öffentliche Stellen beschäftigt, wird spätestens 2022 für alle (privaten) Seiten Pflicht und damit Thema: Barrierefreiheit von Websites.

Wer von der Umstellung also nicht so überrascht werden möchte, dass das Tagesgeschäft massiv beeinflusst wird (ähnlich wie bei der DSGVO), denkt und stellt frühzeitig um.

 

 

 

Theresa Jarchow
UX-Specialist, Schwerpunkt Konzeption

 

 

 

UX in 2019: Welche thematischen Schwerpunkte siehst du dieses Jahr auf uns zukommen?

Neben Voice User Interfaces und Augmented Reality schätze ich vor allem das Thema Authentifizierung als relevant ein: Gerade im Hinblick auf die neuen Datenschutzverordnung und etliche Skandale wünschen sich die Menschen Sicherheit. Ich denke, wir werden uns zukünftig also noch verstärkt mit biometrischer Authentifizierung über Gesichts- und Voice-Erkennung, Fingerabdrücke und dem Iris-Scan auseinandersetzen.

Danke, Theresa! Nur noch ganz kurz: Deine TOP-UX-Daumenregel, die man immer befolgen sollte?

Ganz klar: Frühzeitig und regelmäßig die UX testen, um potentielle Probleme und Potentiale möglichst an der Wurzel zu erwischen und kontinuierlich optimieren zu können. Test early, test often – 2019 and always!

 

 

 

Maria Lisenko
UX-Specialist & Account-Managerin

 

 

 

Maria was wird deiner Einschätzung nach 2019 die Köpfe der UX-Welt beschäftigen?

Ich denke, im E-Commerce wird sich ein schon vorhandener Trend verschärfen: Es wird nicht nur darum gehen, die Angebote im Vergleich zu präsentieren, zu filtern, zu sortieren, anzupreisen und den Kunden zum Kauf anzuleiten. Liebe Portale, die ihr uns nicht nur einen Überblick im Angebotsgewusel bietet, sondern uns in unserer personalisierten Entscheidungsfindung unterstützt, weiter so! Go Calculators! Go Wizards! Go Scores!

Wo siehst du dieses Jahr Potentiale? Was würdest du im Kontext von Usability raten?

Mobil optimieren! Wir haben unser Smartphone als Companion stets dabei und es soll immer mehr die Funktion eines Personal Assistants erfüllen, der uns hilft und nicht etwa Steine, also Bedienhürden, in den Weg legt. Was erwarten wir noch von einem Personal Assistant? Natürlich Verschwiegenheit, also Datensicherheit. Aber auch echten Mehrwert! Daher stellt euch die Frage: Welchen Vorteil könnte man mit der mobile Nutzung im Vergleich zum Desktop ON TOP anbieten?!

 

Vielen Dank! Userlutions wünscht ein erfolgreiches, nutzerfreundliches 2019!

Zum letzten Interview: Paradebeispiele und Fails aus Alltag und UX-Praxis

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Über den Autor

Mareike Mechler

Junior-Marketing-Managerin

Mareike Mechler hat Psychologie und Kommunikation studiert und unterstützt uns bei der Umsetzung und Weiterentwicklung unserer Marketing-Strategie.

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