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1. Design Systems, Design Libraries & Code-based Design

UX-Design-Trend Nummer 1: Design-Systems, hier ein Beispiel von Material You

Das populäre Design System Material Design wird im Zuge der neuen Designänderungen von Android 12 zu MaterialYOU.

 

Design Systems & Design Libraries

Design Systems liefern ein Rahmenwerk mit klaren Regeln, Prinzipien und wiederverwendbaren Komponenten – etwa Formularen, Tabellen oder Buttons – die zusammen bestimmen, wie ein Team ein Produkt entwirft.

Design Systeme sind zwar nicht neu, werden aber immer wichtiger, denn sie liefern eine effiziente und angenehme Arbeitserfahrung für Designer und Unternehmen im Allgemeinen.

Beispiel für Design-Systems von Fluent Design

Das Open Source Design-System Fluent Design von Microsoft ermöglicht UX-Designern ein plattformübergreifendes Design.



Sie sind vor allem dann geeignet, wenn Developer, Product-Teams oder auch Startups ein Product-MVP zügig skalieren wollen. Selbstreden spart ein Design-System Zeit, vermeidet redundante Arbeit und stellt Konsistenz entlang der Produktentwicklung sicher.

Beispiele für Design Systems:



In einer Design Library werden entlang von Human Interface Guidelines Standards definiert, die eine einheitliche Design-Experience ermöglichen. Design Libraries sind immer customized und werden (häufig von größeren Unternehmen) zur Unterstützung in UX und UI Designprozessen eingesetzt – auch, um sich von der Masse durch eigene Standards abzuheben und eigene Pattern zu kreieren. Sie verschmelzen zusehends mit Design Systems, da bisher in einer Design Library konkrete Vorgaben wie Abstände oder Maße, aber keine in sich fertig gestalteten Elemente, abgebildet wurden.

Beispiel für Design-Systems: Porsche

Das Design System von Porsche stellt Elemente und UX-Vorgaben inkl. Code-based-Design zur Verfügung.

 

Code-based Design

Bisher hat Image-based Design dafür gesorgt, dass Designer eine Reihe statischer Flächen in verschiedenen Zuständen erstellt haben, um die Benutzeroberfläche zu gestalten. Anschließend wurden diese Grafiken an Software-Entwickler geleitet, die basierend auf dieser Grundlage die Inhalte umgesetzt haben.

Nicht nur für das UI-Design und die finale Customer Experience stellt diese Form der Umsetzung häufiger ein Problem dar. Denn selbst, wenn Design-Tools oder Design-Systeme genutzt werden, so sind diese letztlich vom technischen Prozess entkoppelt.

Das Fehlen oder Begrenzen von Interaktionsmöglichkeiten und die fehlende Möglichkeit, Komponenten aus dem Code zu importieren, führen dazu, dass Entwickler und Designer nicht ausreichend miteinander kommunizieren können.

In der Praxis kommt es dann zu der spürbaren Verschiebung von Deadlines und führt zu einer Verschlechterung der endgültigen Customer Experience.

So funktionier Code-base Design bei UXPin

Code-based Design schafft eine gemeinsame Sprache zwischen UX-Design und IT. Bild: UXPin Merge



Im Gegensatz zum Image-based Design ermöglicht es der codebasierte Ansatz, die Absicht des Designers ohne Programmierkenntnisse in ein Code-basiertes Ergebnis zu transformieren, dass gleichermaßen von Entwicklern genutzt werden kann.

Code-basiertes Design überbrückt damit die Kluft zwischen UX-Design und Entwicklung. Durch das Schaffen einer gemeinsamen Sprache für Designer und Softwareentwickler, wird die Zusammenarbeit und Interaktion im Produktentwicklungsprozess stark gefördert.

Da alle Beteiligten dieselbe Technologie verwenden, gibt es weniger Missverständnisse zwischen den Teams, insbesondere in der Übergabephase.

Design Trend Code-base Design bei Storybook

Das Design-Tool Storybook als Brücke zwischen Image-based Design und Entwicklung. Bild: Storybook



Das Code-based Design-Tool Merge von UXPin ermöglicht es, mit fertigen Komponenten zu arbeiten. Das Design-Tool Storybook wird gerne als Brücke zwischen Image-based Design und Development genutzt. Außerdem existiert eine Betaversion von modulz.app, mit dem UX-Designer echte Komponenten entwerfen und Code direkt übergeben können.

Ob Design Systems, Design Libraries oder Code-based Design: alle verbessern die Zusammenarbeit und sorgen für neue Schnittstellen zwischen UX-Design, Development, Produktentwicklung etc. Und eine starke Zusammenarbeit zu fördern, gehört auf jeden Fall zu den beachtenswerten UX-Trends 20222.

Tools, die wir für eine bessere Live-Zusammenarbeit außerdem schätzen sind figma, invision, miro und mural.

 

2. Web-Sustainability

Genau wie analoge Produkte, so besitzen auch alle digitalen Errungenschaften einen Impact auf unsere Umwelt. Apps, Social Media, Onlineshopping oder die tägliche Google-Suche – alles verbraucht natürlich Strom und viele andere Ressourcen. Unter dem Feld Web-Sustainability lassen sich Möglichkeiten, Ideen und Wege zusammenfassen, mit denen entlang der Entwicklungs- und User Journey unsere Umwelt und Erde geschont werden.  


4 Beispiele für Web-Sustainability:

  1. Grünes Web-Hosting: ohne Hosting keine Website – warum also nicht bei einem der größeren CO2-Treiber beginnen? Auch in Deutschland existieren bereits Hosting-Anbieter, die auf 100% Ökostrom laufen.
  2. Code-Sauberkeit: reden wir vom Hosting, können wir auch gleich Website-Images, Videos, SEO etc. mit einbeziehen – hinter all diesen Bereichen verbirgt sich Code und Programmierung. Halten wir Code sauber, verringern sich die Ladezeiten und sparen Energie.
  3. Dark Mode: neue Devices mit OLED-Screens sparen Strom bei der Benutzung des Dark Mode, außerdem schont es ein stückweit die Augen. Egal ob Apple, YouTube oder Google – viele große Player setzen mittlerweile auf den Dark Mode.
  4. Agile Produktentwicklung: ob Research, MVP-Entwicklung, Design-Sprints oder Tools – unsere Arbeitsweisen bestimmen letztlich auch unseren Ressourceneinsatz. Hat man früher in Wasserfallprojekten kostspielige Feedback-Schleifen in Kauf genommen, so helfen uns neue Arbeitsweisen (z.B. der Sprint 0), zügiger und mit weniger Ressourcen-Einsatz zum Ziel zu kommen. All das spart Energie… und Nerven.

Web-Sustainability ist ein wichtiger Design-Trend 2022, hier bei Leaders for Climate Action

Viele Organisationen helfen dabei, das Thema Klimaschutz und Web-Sustainability voranzutreiben. Bild: Leaders for Climate Action



Keine Panik, es existieren etliche Wege, wie sich weltweit dem Thema Web-Sustainability angenähert wird.

Facebook betreibt sein Datencenter in der Nähe des Polarkreises mit Außenluft und Wasserkühlung. Google hat eine Power Usage Efficiency von 1.12 und möchte bis 2030 CO2-frei sein.

Wir haben uns beispielsweise entschlossen, jährlich mindestens 100.000 Bäume zu pflanzen.

Auch Initiativen wie die Leaders for Climate Action liefern einen guten Beitrag, indem sie ihre Mitglieder mit Best Practices und Austauschformaten unterstützen, eine nachhaltige digitale Infrastruktur aufzubauen. Ob Nachhaltigkeit wirklich nur ein einfacher UX-Trend ist, muss jeder für sich entscheiden – wir sagen: go for it! 


3. Micro Interactions

Micro Interactions sind kurze Ereignisse, die vordergründig nur einen einzigen Zweck erfüllen – Usern in ihrer Interaktion mit Webseiten, Apps etc. Feedback zu geben.

Micro Interactions sind die kleinen Animationen von UX-Designern mit dem großen Gewinn für die User Experience.


Bild: dribble Oleg Frolov

Für einige internationale Onlineshops und Apps gehört diese Form der Mensch-Maschine-Interaktion bereits länger zu den beachtenswerten UX-Trends, denn sie setzen Micro Interactions ganz bewusst ein.

Im deutschen Raum sind gute Micro-Interactions noch nicht weit verbreitet – verstauben meist sogar in den Portfolios von UX/UI-Designern – daher ganz klar ein beachtenswerter UX-Trend 2022.

      

Gute Micro-Interactions:

  • erfreuen User – sie heißen sie Willkommen
  • regen zur Interaktion an
  • lassen ein technisches Produkt menschlich erscheinen

Richtig eingesetzt machen Micro Interactions Apps und Websites, den Buchungsprozess, das Onboarding oder den Login aufregend und tragen zu einer emotionalen Bindung der User bei.

Mehr über Micro Interactions in unserem Beitrag: Let’s get emotional – mit Micro Interactions einzigartige und sympathische Produkte schaffen

4. Inclusive Design & ethische Aspekte

Inclusive Design bedeutet, Anwendungen und Inhalte für möglichst alle Menschen zugänglich zu machen, unabhängig davon, ob und welche Einschränkungen vorhanden sind.

Dabei sollte die Teilhabe aller Personen an unseren Angeboten kein Trend, sondern selbstverständlich sein – auch, wenn viele gute Ansätze bereits existieren, liegt hier noch viel Potenzial.

Es sollte daher auch 2022 beim UX-Design grundsätzlich geprüft werden, ob Menschen ausgeschlossen werden, weil sie andere Voraussetzungen (z.B. kognitiv oder motorisch) haben, oder sich z.B. aufgrund ihrer psychologischen Identität oder Herkunft nicht mitgemeint fühlen.

Im Inclusive Design können auch geschlechterfokussierte Sprache, ethnische Diversität oder psychische Erkrankungen mit bedacht werden.

Inclusive Design bei Lemonade

Die Hausratversicherung von Lemonade erfragt die Anzahl der Menschen im Haushalt mit Zahnbürsten und verzichtet auf Geschlechterrollen und Stereotypen.

LinkedIn bietet zum Beispiel die Möglichkeit, die Aussprache des eigenen Namens im Profil zu speichern, also diskriminierungsfrei anzusprechen.

Inclusive Design bei LinkedIn

Airbnb nutzt inklusive Bildsprache und diversifiziert oder abstrahiert z.B. durch die Nutzung von Tieren oder Gegenständen als Avatar.

In unserer Webinar-Aufzeichnung über Inclusive Design teilen wir unserer Erfahrungen und zeigen unter anderem auf, wie inklusives Design entlang des User-Centered-Design-Prozesses funktioniert, welche Richtlinien existieren sowie klassische Dos & Don’ts.

Mit dem Check: Barrierefreiheit einfach testen, lässt sich zudem zügig feststellen, wie gut der eigene Web-Auftritt im Bereich Barrierefreiheit aufgestellt ist.

Außerdem helfen Tools wie Barrierefreiheit-Test, WAVE, AXE, Contrast Checker oder Web Developer Add-ons weiter, Barrierefreiheit sicherzustellen.

5. UX Writing & Microcopy

Gute Texte sind schon länger ein wesentlicher Bestandteil einer starken User Experience.

Während in Deutschland UX-Writing gefühlt noch eine recht junge Disziplin ist, hat sich dieser UX-Trend in anderen Ländern bereits fest im Tool-Kit von UX-Abteilungen etabliert.

UX-Trend UX-Writing: Content Style Guide von Mailchimp

Der Content Style Guide von Mailchimp wirbt für einen einheitlichen Sprachstil und das Erzeugen einer menschlichen Erfahrung durch die erstellten Texte.

Beim UX-Writing geht es darum, die eigenen Inhalte als Dialog mit der Zielgruppe zu betrachten und nutzungsfreundliche Texte für digitale Produkte zu formulieren.

Wie beim UX-Design, so wird auch beim UX-Writing der Mensch in den Mittelpunkt gerückt, um das Produkt oder den angestrebten Informationstransfer möglichst effektiv, effizient und zufriedenstellend zu gestalten. Denn ein guter Text bzw. eine starke Microcopy, transformiert das nüchterne Lesen von Inhalten in eine menschliche Erfahrung.

Microcopy bei Google, die durch schlaues UX-Writing die Engagement-Rate gesteigert hat

Die Formulierung „Book a Room“ (Zimmer buchen) empfanden User bei der Hotelsuche zu diesem Zeitpunkt der Customer Journey als zu verbindlich. Nach der Änderung in „Check availability“ (Verfügbarkeit prüfen), konnte die Engagement-Rate um 17% gesteigert werden. Quelle: How Words Can Make Your Product Stand Out (Google I/O ’17)

Die Praxis zeigt, dass sich eine gute Microcopy positiv auf KPI wie Time-on-Task, Task-Success-Rate und Customer-Satisfaction, aber auch auf Conversion-Rate, Engagement und Umsatz auswirkt.

6. AR & VR (Augmented Reality & Virtual Reality)

VR steht mittlerweile stark mit der Gaming-Branche oder einem innovativen Product-Lifecycle-Management in Verbindung – gehört aber noch immer zu den UX-Trends.

Virtuelle Ausstellungsräume bis hin zu ausgeklügelten Forschungs- und Testszenarien – VR beginnt sich stetig im Maschinenbau, der Schifffahrt oder der Automobilbranche durchzusetzen. Die Herausforderung ist es, nützliche Anwendungsfelder zu identifizieren und entsprechend abzubilden.

AR ist auf der anderen Seite nicht nur im E-Commerce angekommen.

UX-Trends: Augmented Reality bei Mister Spex

Bereits 2011 konnte das Anprobieren einer Brille bei Mister Spex in einer Betaversion ausprobiert werden. Heute gehört die Augmented-Reality-Erfahrung beim Onlineshopping vollends dazu. Trotzdem sind AR-Apps im Onlineshopping ein klarer UX-Trend, um die User Experience zu verbessern. Bild: Mister Spex



Firmen wie IKEA, Loreal oder Mister Spex nutzen Augmented Reality, um Shop-Kunden das Ausprobieren von Produkten zu ermöglichen. Auch im Straßenverkehr und in der Navigation finden AR-Apps immer mehr Anwendung.

Design-Trend Augmented Reality in einem Navigations-System von Mercedes

Die MBUX Augmented Reality Navigation von Mercedes, vernetzt mittels Augmented Reality die virtuelle mit der realen Welt. Grafische Navigations- und Verkehrshinweise werden in Live-Bilder eingeblendet. Bild: Mercedes-Benz



Ebenfalls im Gesundheitswesen steigt die Anzahl Augmented-Reality-Anwendungen, da auch die Best Practices und Erfahrungen mit AR-Apps sich stark weiterentwickelt haben.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Forschung zu Machine Learning/künstliche Intelligenz und Augmented Reality stark zugenommen hat.


Gleichzeitig schreiten die Entwicklungen in Richtung eines dezentralen Internets (Web3 und Metaverse) basierend auf der Blockchain-Technologie stark voran und werden sicherlich die nächsten Jahrzehnte viele weitere technischen Neuerungen im Umgang mit VR und AR vorantreiben.


7. KI/AI + User Experience & UX-Design

Maschinelle Helfer begleiten uns nicht erst seit Alexa, oder seit Google seine AI First Strategie zu AI working for everyone erweitert hat.

Daher spielt auch im UX-Design das Thema Künstliche Intelligenz bereits länger eine Rolle.

Denn UX-Designer stehen vor der Aufgabe und Verantwortung, die Erfahrung, wie eine KI uns Menschen begegnet, zu gestalten.

Gleichzeit erweitern sich durch KI-Systeme die Einsatzmöglichkeiten für UX und Design, in der Produktentwicklung, im Marketing, für Data-Specialists uvm.

Einsatzmöglichkeiten für KI & UX:

1. KI-basierte Chatbots & Anwendungen

Es fühlt sich an wie ein Live-Chat, ist aber in Wahrheit eine maschinengestützte Unterhaltung – der Chatbot. Mittlerweile sind die digitalen Assistenten in vielen Hotlines oder auf Websites mit erhöhtem Support-Aufkommen nicht mehr wegzudenken.

KI-basierter Chatbot bei O2

Die virtuelle Assistenz Aura von o2 unterstützt User dabei die verschiedenen Touchpoints und Admin-Aufgaben besser zu verwalten. Bild: o2online.de

Aber auch in der Personalisierung der Customer Experience können KI-basierte Chatbots helfen – diese Experience sollte daher immer gut gestaltet und durchdacht sein.

2. Verbesserte Nutzererfahrung & generierte Websites

KI-gestützte Websites werden die Erfahrung, wie wir mit einer Website interagieren verändern, indem sie das individuelle Nutzungsverhalten erkennen und Inhalte entsprechend anpassen. UX-Design muss in diesem Kontext prüfen, wie Informationen an die User übermittelt werden.

Es existieren zudem bereits KI-basierte Website-Builder.

Zugegeben, stellen sie die Website-Welt noch nicht auf den Kopf, helfen aber schon jetzt dabei, dass Menschen einfacher und schneller eine Website erstellen können.

3. Anticipatory Design

Aus der Rubrik: ganz heiße UX-Trends: Anticipatory Design hat das Ziel, automatisierte, vorhersehende und antizipative Systeme zu schaffen, die nicht nur reaktiv, sondern primär proaktiv sind. Anticipatory Design kann für eine einzigartige und einfache Customer Experience sorgen.

Design-Trends: Anticipatory-Design

Ein Beispiel für Anticipatory Design ist die Buchungsbestätigung via Mail, die gleichzeitig einen Kalendervermerk im Handy oder Laptop triggert.

Anticipatory Design vereint somit UX-Design, Internet of Things mit Machine Learning mit dem Wissen um die Customer Journey. Letztlich geht es um Technologie, die uns helfen soll, unsere Auswahl zu vereinfachen, Entscheidungen zu beeinflussen oder zu antizipieren.

Die Aufgabe von UX-Designer wird es sein, durch ein tiefgreifendes Verständnis der Kundenreise, eine allgemeine Vereinfachung und eine bessere Customer Experience zu erzeugen.

4. Conversational UI

Die Möglichkeiten der Sprachausgabe bzw. Spracheingabe sind noch lange nicht ausgeschöpft. Aufträge, Anfragen und Bestellungen können mittlerweile erfolgreich via Voice-Bot aufgenommen oder für den Customer-Support in die richtigen Kanäle weitergeleitet werden.

Viele Menschen sind jedoch von der Interaktion mit einer Maschine am Telefon abgeschreckt, andere sind schon vorab genervt und Senioren verstehen oftmals nicht direkt, dass es sich um eine Maschine handelt.

Um hier stressige oder verwirrende Momente zu vermeiden, sorgt ein gutes User Interface und UX-Design dafür, dass eine verständnisvolle Interaktion zwischen Mensch und Maschine stattfinden kann.

5. Predictive Analytics

Predictive Analytics Algorithmen dienen zum Sammeln von Nutzungsdaten, die bei der Interaktion entstehen. Dadurch kann die Customer Journey vorausschauend mit personalisierten Inhalten unterstützt werden.

6. Usability Testing

Künstliche Intelligenz kann im Usability Testing eingesetzt werden, um allgemeine Usability-Probleme aufzudecken.

UX of AI: Artificial Intelligenze shapes how we think, feel and behave.

KI-Systeme werden unser Leben in Zukunft immer mehr beeinflussen. Bild: uxofai.com

UX-Designer müssen Erfahrungen gestalten, die stets Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen und wobei die Technik unterstützend wirkt (und nicht um der Technik willen vorangetrieben wird).

Auch deshalb existieren bereits UX-Design-Prinzipien für die Gestaltung von KI-basierten Produkten.

8. Glatte Farbverläufe

UX-Trends: Farbverläufe Beispiel

Glatte und sanfte Farbverläufe werden immer beliebter im UX-Design. Bild: dribble Vita Vrebac



Sanfte Farbverläufe sind schon längst angekommen und gehören trotzdem noch zu den UX-Trends.

sehr dezent setzt Apple den Design-Trend Farbverläufe ein

Apple Icon Design mit sanften Farbverläufen. Bild: bigsureicons



Die wohl größten Vorstöße für gradient-basierte Farbverläufe haben im letzten Jahr wohl Microsoft mit ihrem fluent Design Frameworks und Apple mit ihrem MacOS Update für Big Sur hingelegt.

Aber auch Google hat die sanften Verläufe mit im neuen Icon-Design aufgenommen.


9. Sketches, alleinstehende Illustrationen & 3D-Design

Zugegeben – vielleicht wären diese 3 UX-Trends sogar einzeln zu betrachten.

Aber dann würde der Beitrag 13 UX-Design-Trends heißen. Wir fanden 11 schöner 😋

Sketches und alleinstehende Illustration

Sketches und Illustrationen sind einfach cool.

Sie veranschaulichen Situation, ein Vorgehen oder Eigenschaften besser.

Sketches & Illustrationen gehören ebenfalls zu den Design-Trends. Hier ein Beispiel von uns.

Wir nutzen ebenfalls einige Illustrationen

Außerdem wirken sie menschlich nahbar oder können hervorragend zur Abstraktion eingesetzt werden.

Sketches in User-Interfaces Beispiel

Bild: dribble Jacek Janiczak

3D-Design

Mit 3D-Design lassen sich designtechnisch ebenfalls schöne Dinge anstellen.

Elemente können stärker herausgestellt oder hervorgehoben werden.

10. Comeback des Labor-Tests & Inhouse-Testings

Seit Anfang 2020 wurden alle Remote-Formate stark gepusht – kein Wunder.

Im UX-Bereich wurden bspw. wesentlich mehr Remote-Tests durchgeführt. Zusätzlich haben die neuen Möglichkeiten bspw. mit Research-Tools moderiertes Remote User Testing durchzuführen oder Zuschauer einzuladen, zu dieser Methoden-Verschiebung mit beigetragen.

Zu den aktuellen UX Trends gehört auch, dass Researcher wieder in Richtung Inhouse-Tests und Labor-Tests denken.

Inhouse und Labor-Testing werden als qualitative Methode wieder neuen Zugewinn erhalten und sollten nicht im Repertoire von UX-Designer fehlen.



Bestimmte Zielgruppe erreicht man jedoch remote nicht oder nur sehr schwer (Stichwort technische Affinität, Barrierefreiheit, spitze Zielgruppen). Außerdem können nicht alle Nutzungsumgebungen abgebildet werden, wie z.B. der Test eines medizin-technischen Produkts.

Manche Testobjekte sollen auch noch gar nicht online zugänglich ausgespielt werden. Außerdem verfügen mittlerweile viele Unternehmen über eigene UX-Teams, die bestimmte Analysen lieber inhouse durchführen.

Daher wird der Labortest in 2022 wieder stärker in den Fokus rücken. Eine Aufgabe kann es daher sein, herauszufinden, wie sich der Labortest innerhalb Ihrer Methoden-Kombination  am besten einfügt.


11. Neumorphismus Design

Wenn wir über Zukunft und UX-Trends reden, dann können wir auch darüber nachdenken, wie sich bei all der Technik, das Design bei der Interaktion anfühlen soll.

Neumorphismus ist ein visueller Stil, der Hintergrundfarben, Formen, Farbverläufe und Schatten kombiniert, um eine grafische Intensität entlang den verwendeten UI-Elementen zu erzeugen. Dieser Designstil erzeugt einen weichen, plastischen Look und eine Art 3D-Styling.

Benutzeroberflächen im Neumorphismus wirken daher elegant und die weichen UI-Elemente erzeugen eine angenehme Benutzererfahrung.

Dieses Beispiel zeigt, wie der Design-Trend Neumorphismus umgesetzt werden sollte

Neumorphismus Design-Tutorial. Bild: dribble Julia Shagofferova

Während Neumorphismus unter Designern seit einiger Zeit schon sehr beliebt ist, denken viele UX-Experten genau das Gegenteil. Denn Neumorphismus verträgt sich nur bedingt mit den Grundsätzen der Nutzerfreundlichkeit, da teilweise die Zugänglichkeit erschwert wird.

Nichtsdestotrotz existieren bereits viele anschauliche Designideen für Neumorphismus, sodass dieses futuristische Design vielleicht in der Zukunft mehr Beachtung finden wird.

Wir sind gespannt zu sehen, was kommen wird und was sich Designerinnen und Designer noch alles einfallen lassen werden.

That’s it!

Was sind Ihre UX-Trends des Jahres 2022 oder womit starten Sie im neuen Jahr gestalterisch durch?

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Häufige Fragen zu UX-Trends

Was sind die nächsten großen UX-Trends oder Webdesign-Trends?

Sicherlich gehört eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen UX zu den Trends der nächsten Zeit. Auch ein starkes Onboarding, fette Typographie oder Illustrierungen spielen eine Rolle. Andere Trends unterstehen einer beständigen Entwicklung. Gehören gute Mirco Interactions heute zum guten Ton, so können neue Trends wie Neumorphismus in der Zukunft eine größere Rolle spielen.

Warum sollte ich UX-Trends und UI-Trends kennen?

UX-Designer leben von kreativen Ideen, die Menschen begeistern. Daher schauen gute Designer regelmäßig nach neuen Entwicklungen und Technologien für eine bessere Customer Experience.

Was sind UX-Trends?

UX-Design-Trends sind beliebte gestalterische Prinzipien, Tools oder technische Trends, die einen positiven Beitrag zur Customer Experience (Kundenerfahrung) leisten. Sie zeichnen sich durch einfache Gestaltung und Bedienbarkeit aus und sprechen User positiv an. Im Kern nutzen UX-Designer diese Trends, um ein besseres Nutzungserlebnis von Websites, Apps oder Anwendungen zu erzeugen.

Was beeinflusst UX-Trends?

Es gibt viele Faktoren, die Trends im UX-Design beeinflussen. Neue Erkenntnisse aus Customer Insights Studien, eine Marke, die ein neues Produkt mit einem bestimmten Stil auf den Markt bringt oder arbeitsbezogene Bedürfnisse von UX-Designer und Developern. Was wirklich zum nächsten Trend wird, zeigt immer erst die Zeit.

UX-Trends, die es nicht in unsere Liste geschafft haben…

… aber trotzdem beachtet werden sollten:

  • Reibungslose Authentifizierungen und starkes User Onboarding (Frictionless)
  • Markenbildung im Internet, Content Marketing & Storytelling
  • Hybride Formate, Events Online & offline, Live-Stream Videoinhalte
  • Social Commerce & Shopping
  • Voice Interaction/Touchless Interaction
  • Behavior Tracking, Audience Building & Personalisierung

Gibt es UX-Trends, die immer bleiben?

Ja! Funktionalität, Einfachheit und intuitive UX.

Kostenloses Webinar: 8 typische UX-Design-Fehler und wie man sie vermeidet

Beim UX-Design, vor allem bei der Konzeption, wird der Grundstein für erfolgreiche digitale Produkte gelegt. Gerade hier werden häufig Fehler gemacht und im schlimmsten Fall werden viel Zeit und Geld verbrannt.

Wir zeigen Ihnen, wie sie 8 typische Fehler erkennen, antizipieren und vermeiden. So sparen Sie Zeit und Geld in allen Phasen des Design- und Entwicklungsprozess.

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Über den Autor

Sophie Krüger

Marketing-Managerin

Sophie Krüger hat Medienkommunikation mit Schwerpunkt Medienpsychologie studiert. Sie verantwortet unsere Kundenkommunikation und schreibt über alles rund um die Agentur.

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